Informationen, Regeln & Wettbewerbe
Ein Handbike ist ein speziell für Menschen mit eingeschränkter Beinfunktion (meist Rollstuhlfahrer) entwickeltes Sportgerät oder Fortbewegungsmittel, das mit Armkraft über Handkurbeln angetrieben wird. Es ermöglicht Mobilität, Ausdauertraining und Freizeitgestaltung.
Was beinhaltet ein Handbike
Antrieb:
Handkurbeln, die oft mit einer Gangschaltung (Kettenschaltung) und Bremsen kombiniert sind.
Rahmen & Rad:
Ein Rahmen mit einem Vorderrad (meist 20 bis 26 Zoll), der vor dem Rollstuhl montiert wird.
Verbindungssystem:
Schnellspannvorrichtungen (Pratzen) zur einfachen Befestigung am Adaptivrollstuhl.
Varianten
Vorspann-Handbike (Adaptivbike):
Wird an den eigenen Rollstuhl gekoppelt, wobei die Vorderräder des Rollstuhls angehoben werden.
Liegehandbike (Trike):
Ein eigenständiges, meist dreirädriges Liegefahrrad, das für Rennen oder längere Touren genutzt wird.
E-Motor (Optional):
Viele Handbikes sind als E-Bike mit 250-Watt-Motor für Tretunterstützung bis 25 km/h erhältlich.
Was gilt zu beachten
Sicherheit & STVZO:
Das Handbike muss verkehrssicher sein, inklusive weißem Frontscheinwerfer, rotem Rücklicht und Reflektoren. Die Nutzung eines Helms ist dringend empfohlen.
Fahrverhalten:
Wegen der drei Räder besteht besonders in Kurven eine Kippgefahr, wenn die Geschwindigkeit nicht angepasst ist.
Wartung:
Kette, Schaltung, Rahmen, Reifendruck und Bremsbeläge müssen regelmäßig überprüft werden.
Handhabung:
Das An- und Abkoppeln sowie das Fahren (Lenken und Kurbeln gleichzeitig) erfordert Übung.
Handschuhe:
Gepolsterte Handschuhe sind wichtig, um Schwielen zu vermeiden, Vibrationen abzufedern und den Grip bei Nässe zu verbessern.
Anpassung:
Das Handbike muss auf die Sitzposition und Armlänge des Fahrers eingestellt sein.
Handbiken ist laut Bundessozialgericht (2017) in der Regel kein Hilfsmittel zur Befriedigung von Grundbedürfnissen, da es primär dem Sport dient, was Auswirkungen auf die Kostenübernahme durch Krankenkassen haben kann.